Jüdisches Berlin |
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Bibliolog erschließt und legt biblische Texte mit einer Gruppe, Gemeinde oder Schulklasse ausVorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Je unterschiedlicher die Voraussetzungen und Zugänge der Teilnehmenden sind, desto spannender gestaltet sich der Prozess des Auslegens
Bibliolog kann mit Gruppen von 15 bis zu mehreren hundert Teilnehmenden durchgeführt werden
Bibliolog kann in altersgemischten Gruppen durchgeführt werden – vom Grundschul- bis zum Seniorenalter
Bibliolog ist eine hervorragende Methode im interreligiösen Gespräch um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Verständnis der religiösen Schriften deutlich zu machen
Ein Bibliolog dauert mindestens 20 Minuten – kann aber auch über mehrere Tage im Rahmen eines Seminars durchgeführt werden.
Bibliolog kann für sich alleine stehen aber auch mit vielfältigen anderen Methoden kombiniert werden.
Wie läuft ein Bibliolog ab?
Die Leitung führt eine biblische Geschichte ein, gibt die Hintergrundinformationen, die zum Verständnis erforderlich sind, und bittet die Teilnehmenden sich in die Rolle einer der Personen hineinzuversetzen. Aus dieser Rolle heraus können sich diejenigen, die möchten, äußern:
Stell Dir vor, Du bist eine der ägyptischen Hebammen und erfährst vom Befehl des Pharao, dass alle neugeborenen Jungen der Israeliten getötet werden sollen. Was ist Dein erster Gedanke?
Alle Äußerungen sind gleichberechtigt. Sie werden von der Leitung aufgenommen und verstärkt. Die Geschichte geht weiter. Andere Rollen werden eingenommen und miteinander ins Gespräch gebracht. Biblische Texte werden lebendig und für das eigene Leben bedeutsam. So kann jede/r Teilnehmende erfahren, wie der Text Lebensthemen spiegelt, befragt und im besten Fall Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt.
Bibliolog als Midrasch
Die jüdische Tradition hat die Auslegungsform des Midrasch (von „erforschen“) entwickelt. Fragen, die im biblischen Text - dem „schwarzen Feuer“- offen bleiben werden dadurch beantwortet. „Midrasch“ ist sowohl ein Prozeß als auch dessen Ergebnis. Bibliolog ist eine Form des modernen Midrasch und damit ein Weg, wie die „Zwischenräume zwischen den Buchstaben“ - die jüdische Tradition spricht hier vom „weißen Feuer“ - ganz neu zu reden beginnen und die Teilnehmenden zu Auslegern des Textes macht.
In interreligiösen Gruppen erleben Angehörige unterschiedlicher religiöser Traditionen konkret und erfahrungsorientiert, was „Midrasch“ ist.
Zu mir:
Ich habe bei Dr. Peter Pitzele, dem „Erfinder“ des Bibliolog, in den letzten Jahren sowohl die Grundausbildung als auch mehrere Weiterbildungskurse besucht. Bibliolog habe ich mit jüdischen, christlichen und säkularen und gemischten Gruppen erlebt und durchgeführt. Derzeit gibt es eine Veröffentlichung von Uta Pohl-Patalong (Hrsg): Bibliolog - Gemeinsam die Bibel entdecken im Gottesdienst, in der Gemeinde, in der Schule, Stuttgart 2005. Für dieses Buch habe ich den Beitrag: „Das sind ja Geschichten für heute – Bibliolog in jüdischen und säkularen Kontexten“ verfasst.
Ich bin Mitglied im Netzwerk Bibliolog und bilde Interessierte in dieser Methode aus. Ein Bibliolog-Grundkurs dauert eine Woche. Für Aufbaukurse gibt es Module unterschiedlicher Länge.
Falls Sie mehr wissen wollen oder an einer Bibliolog-Veranstaltung interessiert sind, schreiben Sie an info@berlin-juedisch.de

