Jüdisches Berlin |
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Charlottenburg gewann ab der 1890iger Jahre an Bedeutung als es in bürgerlichen Kreisen "in" wurde, in den neuen Westen zu ziehen. Jüdische Künstler und Literaten trugen maßgeblich zum kulturellen Leben der Goldenen 20iger Jahre bei. Literaten und Maler hatten ihre Stammtische im Romanischen Café und an anderen Orten. Die Berliner Sezession hatte ihren ersten Ausstellungsort hier. Kabarett, Kino, Wissenschaft sowie Presse- und Verlagswesen sind ohne die Beiträge jüdischer Berliner nicht denkbar. Sogar ein Café, das im Stil der 20iger Jahre eingerichtet wurde, kann besichtigt werden.
Zu den den Wissenschaftlern, Literaten, Kulturschaffenden, und Künstlern, die dieser Zeit zu ihrem Glanz verhalfen, gehörten die Komponisten Friedrich Hollaender und Chemjo Winawer, der Nobelpreisträger Albert Einstein, der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, die Verleger Leopold Ullstein und Samuel Fischer, die Warenhaus-Gründer Adolf Jandorf (KaDeWe), Hermann Tietz und Arthur Wertheim, der Rabbiner und Gelehrte Leo Baeck, die Schriftsteller Alfred Döblin, Joseph Roth, Else Lasker-Schüler und Kurt Tucholsky, der Galerist und Kritiker Herwart Walden und viele andere.
Auch innerjüdisch war viel in Bewegung. In der Fasanenstraße entstand die erste Synagoge außerhalb von Alt-Berlin sowie zahlreiche Gemeindeeinrichtungen. 173 000 Juden lebten 1925 in Berlin. 1500 Mitarbeiter beschäftigte die jüdische Gemeinde in religiösen, sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie im Verwaltungsbereich.
Eine große Zahl von Aktivitäten wurde außerhalb der etablierten Gemeindestrukturen initiiert. Auch zahlreiche zionistische Gruppen und Aktivitäten sind mit Charlottenburg verbunden. Denn Berlin war auch ein Zentrum des Zionismus. All dies trug zu einer Renaissance jüdischer Kultur bei.
Nach der Schoah wurde Charlottenburg zum Mittelpunkt jüdischen Lebens in Westberlin. Jüdische und internationale Organisationen halfen den Überlebenden. Erste Erziehungs- und Sozialeinrichtungen wurden eröffnet. 1959 wurde das Gemeindezentrum eingeweiht. Nach dem Fall der Mauer sind einige internationale jüdische Organisationen nach Berlin gekommen und bereichern das jüdische Leben heute. Der WiZO-Basar im Frühling, die Programme der Jüdischen Volkshochschule, das seit 1994 jährlich stattfindende Jewish Filmfestival und die jüdischen Kulturtage im November sowie der Chanukka-Ball sind eine feste Größe im Berliner Kulturleben geworden.





